Das 50:1-IR-Thermometer für -50 bis +2200 °C: Wenn das Messobjekt unzugänglich oder zu heiß ist, um sich ihm zu nähern

Veröffentlicht am 3. Juli 2026 um 17:05 Uhr

Es gibt Temperaturmessungen, bei denen ein direkter Kontakt nicht nur unpraktisch ist – er ist schlichtweg unmöglich oder lebensgefährlich. Flüssiges Metall bei 1 400 °C, eine Glasschmelze bei 1 200 °C, ein industrieller Brenner bei 1 800 °C. Kein Thermoelement-Messfühler übersteht den direkten Kontakt bei diesen Temperaturen, und selbst ein zu nahes Herantreten setzt den Anwender extremer Hitze und Wärmestrahlung aus. Die Standardlösung sind IR-Thermometer – herkömmliche Modelle mit einem Messfleckverhältnis von 12:1 oder 16:1 erfordern jedoch einen geringen Abstand zum Messobjekt. Für wirklich sichere Messungen ist ein Verhältnis von 50:1 oder besser erforderlich. Das IR-Thermometer 42570 kombiniert diese Optik mit einem extrem weiten Messbereich von -50 bis +2200 °C, Doppel-Lasern zur Messfleckmarkierung und einem NIST-rückführbaren Kalibrierzertifikat für eine lückenlose Dokumentation.

Was ein Distanz-zu-Messfleck-Verhältnis von 50:1 bedeutet

Das Distanz-zu-Messfleck-Verhältnis (D:S-Verhältnis) beschreibt, wie weit man vom Objekt entfernt stehen kann, um dennoch einen kleinen Messfleck zu erfassen. Bei einem Verhältnis von 50:1 bedeutet das: Bei 50 cm Abstand messen Sie einen Punkt von 10 mm. Bei 2,5 Metern Entfernung beträgt der Messfleck 5 cm. Bei 5 Metern sind es 10 cm.

Dies ist eine drastische Verbesserung gegenüber Standardmodellen. Ein 12:1-Infrarot-Thermometer erfasst bei einem Abstand von 2,5 Metern eine Fläche von 20 cm Durchmesser – dies liefert lediglich einen Durchschnittswert über einen großen Bereich und ist unbrauchbar, um einen spezifischen Hotspot zu lokalisieren. Ein 50:1-IR-Thermometer fokussiert auf dieselbe Distanz auf nur 5 cm – ein praxisgerechter Detaillierungsgrad.

IR-Thermometer 42570 mit 50:1-Optik und NIST-Zertifikat

Die Vorteile von Doppel-Lasern auf große Distanzen

Bei großen Messentfernungen wird es schwierig zu erkennen, wo genau sich der Messfleck befindet. Ein einzelner roter Laserpunkt markiert zwar das Zentrum, die tatsächliche Größe des Messflecks lässt sich jedoch schwer abschätzen. Das Modell 42570 nutzt Doppel-Laser, die so kalibriert sind, dass sie exakt im Brennpunkt konvergieren. Sieht der Anwender zwei getrennte Punkte auf dem Objekt, stimmt der Messabstand noch nicht; verschmelzen sie zu einem einzigen Punkt, befindet sich das Messobjekt genau im Fokusabstand und die Messung erreicht die spezifizierte Genauigkeit. Dies ist eine elegante Lösung, die die Hauptfehlerquelle bei Infrarotmessungen auf große Distanzen zuverlässig eliminiert.

Der Messbereich von -50 bis +2200 °C – maximale Flexibilität

Der Messbereich ist außergewöhnlich breit: Von arktischer Kälte (-50 °C) bis hin zu flüssigem Stahl (2200 °C liegt mit deutlichem Sicherheitsabstand über dem Schmelzpunkt von Eisen bei 1538 °C). Dies macht das Instrument zu einer universellen Lösung für nahezu alle Industrie- und Laboranwendungen.

Ein zusätzlicher Typ-K-Thermoelement-Eingang (-50 bis +1370 °C) ermöglicht Kontaktmessungen dort, wo Infrarot nicht optimal ist – beispielsweise im Inneren geschlossener Behälter oder in Flüssigkeiten.

Die schnelle Ansprechzeit von 100 Millisekunden sorgt dafür, dass das Messgerät Temperaturänderungen in Echtzeit erfassen kann – ein kritischer Faktor bei Prozessen mit schnellen Übergängen (Härten, Gießen, Schmelzen).

Einsatzbereiche der 50:1-Präzisionsoptik

Metallurgie und Gießereien: Messung von Metallschmelzen in Öfen, ohne sich direkt an den Schmelztiegel begeben zu müssen. Kontrolle der Abkühlungstemperaturen von Gussteilen aus sicherer Distanz.

Glasindustrie: Überwachung von Schmelzwannen, Glastropfentemperaturen und Kühlprofilen. All diese Bereiche sind extrem heiß und für taktile Messungen unzugänglich.

Härte- und Wärmebehandlungsanlagen: Ofentemperaturen, Ofenwandtemperaturen, Abschreckbäder. Die systematische Verfolgung von Behandlungszyklen erfordert eine dokumentierte Messung von außerhalb des Ofens.

Kraftwerke und Energieerzeugung: Dampfleitungen, Kesseltemperaturen, Generatorwellen. Zuverlässige Messung im laufenden Betrieb ohne Abschaltung von Anlagen.

Petrochemie: Reaktoren, Destillationskolonnen, Dampf- und Rauchgasleitungen. Oft zwingen Sicherheitszonen zu weiten Distanzen, wodurch das 50:1-Messgerät die einzig praktikable Wahl darstellt.

Hochspannungs- und Elektroinstallationen: Transformatoroberflächen, Stromschienen, Schalter. Messung aus Sicherheitsabstand, ohne sich unter Spannung stehenden Bauteilen gefährlich nähern zu müssen.

Zementöfen und Kalkbrennöfen: Drehrohröfen zur Zementherstellung erreichen extreme Temperaturen und sind schwer zugänglich. Berührungslose IR-Messung aus sicherer Entfernung ist hier das Standardverfahren.

Stahlwalzwerke: Überwachung von Walzenlagern, Rohrherstellungstemperaturen und Kühlstreckenprofilen.

Rettungsdienste und Brandursachenermittlung: Einschätzung von Brandausbreitungen hinter Wänden, Überprüfung von Gefahrenbereichen. IR-Messung aus sicherer Entfernung vor dem Betreten.

Vulkanologie und Geoforschung: Messung von Lava, Thermalquellen und geothermischen Aktivitäten aus sicherem Abstand.

Weitere praxisgerechte Funktionen

Einstellbarer Emissionsgrad: Unterschiedliche Materialoberflächen strahlen Wärme unterschiedlich gut ab. Rohe Metalle weisen gänzlich andere Werte auf als polierte Oberflächen. Das Gerät ermöglicht die präzise Justierung des Emissionsgrads zur Kompensation – entscheidend für fehlerfreie Messergebnisse.

MAX/MIN/AVG/DIF-Funktionen: Beim Scannen einer Ofenwand oder eines Kühlbandes fallen Hotspots sofort auf, die vom Mittelwert abweichen. Das Messgerät erfasst solche Differenzen automatisch zur späteren Auswertung.

Einstellbare Grenzwerte mit Alarm: Akustischer Alarm bei Über- oder Unterschreitung frei programmierbarer Temperaturgrenzen. Ideal zur Prozessüberwachung oder schnellen Sicherheitsprüfung.

USB-Schnittstelle: Übertragung der Messdaten an einen PC zur Dokumentation und Trendanalyse. Software ist im Lieferumfang enthalten.

NIST-rückführbares Zertifikat: Der Dokumentationsstandard für Industrie- und Labormessungen, bei denen behördliche oder qualitätsrelevante Nachweise erforderlich sind.

Robustes, doppelt gespritztes Gehäuse: Konzipiert für raue Industrieumgebungen, widersteht wiederholter Beanspruchung und versehentlichen Stürzen.

Investition in Messsicherheit

Für 12 808 Kronen erhalten Sie ein Präzisionswerkzeug, das anspruchsvolle Industriemessungen auch bei extremen Temperaturen und unzugänglichen Messpunkten sicher möglich macht. Für Messtechniker in der Metallurgie, Glasverarbeitung, Energieerzeugung und chemischen Industrie ist dieses Instrument ein Standard, der sich durch optimierte Prozessführung und die Vermeidung von Ausschuss schnell amortisiert.

Im Lieferumfang enthalten: Typ-K-Thermoelementfühler, USB-Kabel und Software, Tragekoffer, 9-V-Batterie und NIST-rückführbares Kalibrierzertifikat (fünf Wochen Lieferzeit).

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