Veröffentlicht am 22. August 2026 um 06:05 Uhr
Die Reihenfolge bei der elektrischen Fehlersuche wird selten ausdrücklich ausgesprochen, aber es gibt sie: erst herausfinden, wo das Problem liegt, und es dann messen. Das Problem dabei ist, dass der erste Schritt traditionell voraussetzt, den zweiten bereits getan zu haben – man öffnet den Schaltschrank, setzt die Messspitzen an jeden einzelnen Anschluss und sucht sich mühsam voran. Jede Messung bedeutet, dass eine Hand und ein Messgerät in spannungsführende Anlagen eingeführt werden.
Ein Instrument, das sehen kann, wo Wärme entsteht, kehrt diese Reihenfolge um. Man scannt die Außenseite oder den geöffneten Schaltschrank aus sicherer Entfernung, erkennt sofort die auffällige Verbindung und setzt die Messspitzen erst danach gezielt an genau dieser Stelle an. Die meisten Messpunkte müssen so überhaupt nicht berührt werden.
Was es ist
Das FLIR DM285 ist ein True-RMS-Multimeter mit integrierter Wärmebildkamera. Die Kamera verfügt über eine Auflösung von 160 × 120 Pixeln und nutzt die IGM-Technologie (Infrared Guided Measurement) – eine wärmebildgestützte Messung, bei der das Bild exakt visualisiert, wo thermische Auffälligkeiten vorliegen. Das Instrument deckt 18 verschiedene Messfunktionen ab, verfügt über integrierte Arbeitsbeleuchtung, einen Laserpointer sowie ein großes Display und ist für den anspruchsvollen Feldeinsatz sturzgetestet. Über Bluetooth METERLiNK® können Messwerte drahtlos in Wärmebilder von FLIR-Kameras eingebettet oder direkt mit Kollegen geteilt werden. Im Lieferumfang ist ein rückführbares Kalibrierzertifikat enthalten.
Das gelöste Problem
Sicherheit an erster Stelle – denn darin liegt der eigentliche Gewinn. Jeder Kontakt mit spannungsführenden Bauteilen birgt das Risiko von Störlichtbögen, Kurzschlüssen oder versehentlichem Berühren. Ein Wärmebild wird aus sicherem Abstand aufgenommen und erfordert keinen physischen Kontakt – so verringert sich die Anzahl der Eingriffe in den Schaltschrank von „einmal pro Anschluss“ auf „einmal, an der richtigen Stelle“. In Anlagen mit Hunderten von Klemmen ist das ein entscheidender Vorteil.
Dass es sich um ein Multimeter und nicht nur um eine Kamera handelt, ist die andere, oft unterschätzte Seite. Eine separate Wärmebildkamera holt man erst dann hervor, wenn man bereits einen Verdacht hat; ein Multimeter hingegen befindet sich bereits in der Werkzeugtasche und wird täglich benutzt. Wenn die Thermografie-Funktion direkt in dem Gerät integriert ist, das man ohnehin in den Händen hält, wird das Scannen zum selbstverständlichen ersten Schritt statt zu einem zusätzlichen, planungsintensiven Arbeitsgang. Und Prüfungen, die keine Umwege erfordern, sind die einzigen, die auch routinemäßig durchgeführt werden.
Daraus ergibt sich ein nahtloser Arbeitsablauf, den das Instrument durchgängig unterstützt: Scannen, Lokalisieren, Messen, Dokumentieren – ohne Werkzeugwechsel. Die Tatsache, dass 18 Messfunktionen in einem einzigen Gerät vereint sind, stellt sicher, dass für die anschließenden Messungen – Spannung, Stromstärke, Widerstand, Durchgangsprüfung oder was der Fehlerfall auch erfordert – kein weiteres Messgerät nötig ist.
METERLiNK übernimmt schließlich die professionelle Dokumentation. Ein Wärmebild belegt eine Überhitzung; ein Messwert zeigt, wie viel Strom zu diesem Zeitpunkt floss. Für sich allein genommen sind dies nur halbe Nachweise. Werden die Messdaten jedoch direkt in das Bild eingebettet, bilden sie eine dauerhafte Einheit – und genau diese Kombination überzeugt in Berichten, gegenüber Versicherungen oder bei Abnahmen, selbst lange nachdem die Messung stattgefunden hat.
Drei typische Einsatzbereiche
- Elektroinstallation und Schaltanlagenbau: Thermisches Scannen von Reihenklemmen und Sicherungen mit anschließender präziser elektrischer Messung an der abweichenden Verbindung.
- HLK und Gebäudetechnik: Lokalisierung von Wärme- und Kältebrücken in Systemen und Steuerungen, kombiniert mit direkter elektrischer Fehleranalyse vor Ort.
- Außendienst und Kundenservice: Nur ein einziges Instrument in der Tasche statt zweier Geräte, inklusive sofortiger digitaler Dokumentation und Weiterleitung direkt vom Einsatzort.
Warum sich die Investition lohnt
Wirtschaftlich betrachtet scheint die Rechnung auf den ersten Blick simpel – ein Instrument statt zweier separater Geräte. Der eigentliche Mehrwert liegt jedoch im Anwenderverhalten: Zusätzliche Ausrüstung, die eine extra Entscheidung erfordert („Hole ich dafür jetzt die Wärmebildkamera?“), wird nur bei konkretem Verdacht eingesetzt. Ein Werkzeug, das man bereits griffbereit hat, wird ganz selbstverständlich genutzt. Dieser Unterschied entscheidet darüber, ob beginnende Heißläufer schon bei der regelmäßigen Inspektion entdeckt werden oder erst dann, wenn eine Komponente ausfällt.
Dem gegenüber steht ein Sicherheitsgewinn, der sich kaum beziffern lässt. Jedes Mal, wenn auf das Einführen einer Messspitze in einen unter Spannung stehenden Schaltschrank verzichtet werden kann, entfällt ein potenzielles Risiko. Jeder, der im Elektrobereich arbeitet, weiß: Unfälle geschehen selten bei den Messungen, auf die man sich voll konzentriert hat – sie passieren bei der fünfzigsten Routineprüfung desselben Typs.
Erfahren Sie mehr über das FLIR DM285 Multimeter mit Wärmebildkamera →