Suchen Sie nicht nach einem bestimmten Wert – suchen Sie nach Abweichungen im Vergleich zur Umgebung

Veröffentlicht am 25. August 2026 um 06:38 Uhr

Die schwierigste Frage bei einer IR-Messung ist selten, wie man das Gerät ausrichtet. Es ist vielmehr die Frage, was der Zahlenwert bedeutet. Sind 46 Grad an einem Kabelschuh viel? Das hängt von der Last ab, von der Raumtemperatur, vom Emissionsgrad der Oberfläche und davon, wie weit entfernt man stand. Vier Unbekannte bei ein und demselben Messwert.

Daher arbeitet man in der Praxis bei einem thermischen Rundgang fast nie mit absoluten Werten. Man arbeitet mit Vergleichen: dieselbe Art von Komponenten, im selben Schaltschrank, bei gleicher Belastung — und sucht nach derjenigen, die von ihren Nachbarn abweicht.

IR-termometer 42510A med spaarbart kalibreringscertifikat och laserpekare

Was es ist

Ein IR-Thermometer mit rückführbarem Kalibrierzertifikat.

  • Messbereich -50 bis 650 °C
  • Auflösung 0,1 Grad bis 199,9 °C
  • Programmierbare Alarmgrenzwerte für Hoch und Tief mit akustischem Signal
  • Einstellbarer Emissionsgrad 0,10 bis 1,00
  • Integrierter Laserpointer, großes hintergrundbeleuchtetes Display
  • Data Hold, Min/Max, Messbereichsüberschreitungsanzeige, automatische Abschaltung
  • Lieferung inklusive 9V-Batterie und Tasche; die Ausführung mit Zertifikat hat eine Lieferzeit von fünf Wochen

Warum der Vergleich den absoluten Wert schlägt

Die vier Unbekannten verschwinden, wenn man Gleiches mit Gleichem vergleicht. Zwei identische Anschlüsse nebeneinander haben denselben Emissionsgrad, befinden sich im selben Abstand, in derselben Umgebungstemperatur und führen in etwa denselben Strom. Alles, was gemeinsam ist, hebt sich gegenseitig auf, und was übrig bleibt, ist der tatsächliche Unterschied zwischen ihnen.

Ein Anschluss, der zwanzig Grad über seinen Nachbarn liegt, ist ein relevanter Befund — ganz unabhängig davon, ob das Gerät bei den absoluten Zahlen eventuell eine leichte Abweichung anzeigt. Und umgekehrt: Drei Anschlüsse, die alle bei 60 Grad liegen, sind wahrscheinlich einfach nur stark belastet, nicht defekt.

Hier kommt die Alarmfunktion ins Spiel. Stellt man die obere Grenze knapp über das Niveau ein, auf dem die Reihe normalerweise liegt, muss man nicht mehr jeden einzelnen Messwert ablesen. Man führt das Gerät an den Komponenten entlang, und das Instrument meldet sich, sobald etwas abweicht. Der Unterschied ist größer, als es klingt: Vierzig Werte abzulesen und im Kopf zu vergleichen, ist ermüdend und nach dem zwanzigsten unzuverlässig, während ein Ton, der die Stille durchbricht, seine Signalwirkung nie verliert.

Ein einstellbarer Emissionsgrad wird dennoch benötigt. Die Vergleichsmethode funktioniert nur so lange, wie die Oberflächen wirklich identisch sind. Vergleicht man einen blanken Kabelschuh mit einer lackierten Klemme, vergleicht man zwei verschiedene Dinge — in diesem Fall muss der Emissionsgrad an die jeweilige Oberfläche angepasst werden, oder der Messpunkt wird auf eine Stelle verlegt, die bei beiden gleich beschaffen ist.

Und das Zertifikat macht den Befund auch außerhalb des eigenen Betriebs verwertbar. Der Vergleich reicht aus, um den Fehler zu finden. Soll die Abweichung jedoch in einen Prüfbericht, eine Schadensmeldung an die Versicherung oder eine Dokumentation für den Austausch einfließen, muss der Wert an eine rückführbare Referenz gebunden sein — andernfalls handelt es sich lediglich um eine unverbindliche Beobachtung.

Drei typische Anwendungsfälle

  • Elektrische Prüfung: Überprüfung von Schaltschränken und Klemmleisten, bei denen sich ein Wackelkontakt oder loser Anschluss erhitzt, lange bevor er durchbrennt.
  • Mechanische Instandhaltung: Reihen von Lagergehäusen und Antrieben, bei denen ein schwergängig gewordenes Lager als Abweichung gegenüber den anderen auffällt.
  • Prozess- und Gebäudetechnik: Ventile, Rohre und Heizkörper, die sich identisch verhalten sollten und sich daher sofort verraten, wenn sie es nicht tun.

Warum es sich auszahlt

Ein thermischer Rundgang ist kostengünstig und erfordert keinen Stillstand — er kann im laufenden Betrieb der Anlage durchgeführt werden, und genau dann sind Fehler überhaupt erst sichtbar. Ein loser Anschluss, der rechtzeitig erkannt wird, lässt sich mit einem Schraubendreher beheben; derselbe Anschluss, der sich unbemerkt weiter erhitzt, führt zu einer abgebrannten Klemme, einem Ausfall und oft zu einem teuren Noteinsatz außerhalb der regulären Arbeitszeit.

Entscheidend dafür, ob der Rundgang tatsächlich regelmäßig durchgeführt wird, ist der geringe Aufwand. Ein Messgerät, das in die Tasche passt, selbstständig alarmiert und das Notieren von vierzig Einzelwerten überflüssig macht, ist keineswegs eine schlechtere Alternative zu einer Wärmebildkamera — für viele Betriebe ist es die einzige Lösung, die tatsächlich jeden Monat angewendet wird statt nur einmal im Jahr.

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