Chauvin Arnoux CIR8869 Hochtemperatur-Infrarot-Thermometer bis 1500 °C mit 50:1-Optik: Wenn Stahlschmelze in der Gießpfanne berührungslose Messung aus 2 Metern Sicherheitsabstand erfordert

Veröffentlicht am 7. Juli 2026 um 15:45 Uhr

Die Hochtemperaturmessung im industriellen Umfeld gehört zu den anspruchsvollsten Disziplinen der Messtechnik. Thermoelemente funktionieren theoretisch bis zu 1700 °C mit Typ B oder R (Platin-Rhodium-Legierungen), sind jedoch teuer, empfindlich, erfordern eine perfekte Einbaugeometrie und verschleißen bei direktem Kontakt mit aggressiven Schmelzen. Die optische Pyrometrie (IR-Thermometer) ist das Standardverfahren der Industrie für Temperaturen über 500 °C – nicht aufgrund einer besseren absoluten Genauigkeit, sondern weil sie die EINZIGE Methode ist, die aus der Distanz messen kann, ohne den Sensor zu zerstören und ohne den Produktionsprozess zu unterbrechen.

Was das Chauvin Arnoux CIR8869 ist

CIR8869 Infrarot-Thermometer mit Anzeige des Messfleckdurchmessers. Misst bis zu 1500 °C ist ein professionelles Hochtemperatur-IR-Thermometer von Chauvin Arnoux. Das Instrument:

  • Hat einen Messbereich von bis zu +1500 °C.
  • Verfügt über ein sehr enges optisches Verhältnis von D:S = 50:1 – Präzisionsfokus.
  • Bietet eine Doppellaser-Markierung des Außendurchmessers des Messflecks.
  • Besitzt eine LED-Beleuchtung des Messbereichs für dunkle Umgebungen.
  • Verfügt über einen externen Thermoelement-Eingang (Typ K) für Kontaktmessungen als Backup.
  • Bietet einen einstellbaren Emissionsgrad von 0,10 bis 1,00.
  • Besitzt Alarmfunktionen (Hoch/Tief/Differenz) sowie Mittelwertbildung.
  • Verfügt über ein großes, klares Display zum Ablesen aus sicherem Abstand.

Grundlegende Spezifikationen:

  • Temperaturbereich (IR): -50 °C bis +1500 °C
  • Optische Auflösung (D:S): 50:1
  • Messfleckdurchmesser: 20 mm bei 1 m; 40 mm bei 2 m; 100 mm bei 5 m
  • Thermoelement-Eingang: Typ K, -50 bis +1370 °C
  • Genauigkeit: ±0,5 % des Messwerts oder ±1 °C (der jeweils größere Wert)
  • Auflösung: 0,1 °C bis 999,9 °C; 1 °C darüber
  • Emissionsgrad: 0,10–1,00 (einstellbar)
  • Lasermarkierung: Doppellaser Klasse 2
  • Beleuchtung: LED
  • Alarmfunktionen: Oberer/unterer Grenzwert, Differenz, Mittelwert
  • Display: Digitales LCD mit Hintergrundbeleuchtung
  • Batterie: 9 V

Chauvin Arnoux CIR8869 IR-termometer upp till 1500 °C med 50:1 optik

Warum 50:1 D:S und 1500 °C Messbereich zusammengehören

Eine 50:1 D:S-Optik bedeutet, dass der Messfleck in 5 Metern Entfernung einen Durchmesser von 10 cm hat. Dieser Präzisionsfokus ist bei Messungen im Raumtemperaturbereich selten erforderlich (wo 8:1 oder 12:1 ausreichen), wird jedoch bei Hochtemperaturanwendungen aus drei Gründen entscheidend:

Sicherheitsabstand: Flüssiger Stahl bei 1500 °C strahlt eine Wärmemenge ab, die für den Anwender in direkter Nähe gefährlich werden kann. Der standardmäßige Sicherheitsabstand beträgt mindestens 2 Meter zur Stahlgießpfanne. Eine 50:1-Optik ermöglicht es, einen präzisen 4-cm-Messpunkt aus 2 m Entfernung zu erfassen – was z. B. einer bestimmten Austrittsöffnung am Ofen entspricht und nicht der gesamten Ofenwand.

Rauch und Staub: Industrielle Hochtemperaturumgebungen weisen typischerweise Rauch aus Oxidationsreaktionen, Gase von Flussmitteln und Staub aus dem Materialhandling auf. Ein kurzes D:S-Verhältnis würde einen großen Messfleck erzeugen, bei dem der gesamte Weg durch den Rauch zur Messung beiträgt. Der Präzisionsfokus misst gezielt nur den distalen Bereich, an dem sich die eigentliche Oberfläche befindet.

Selektive Messfläche: In einem Stahlwalzwerk ist die relevante Messgröße die Temperatur des Bandes (z. B. 1200 °C) – nicht die der umgebenden Maschinenoberfläche (vielleicht 60 °C). Die Messfleckgröße muss kleiner sein als die Bandbreite.

Doppellaser zur Anzeige des Messdurchmessers

Herkömmliche IR-Thermometer verfügen über einen einzelnen Laserpunkt, der das ZENTRUM des Messflecks markiert. Bei einer 50:1-Optik und 2 m Abstand beträgt der Messfleckdurchmesser 40 mm – der Laserpunkt jedoch nur 2 mm. Der Anwender sieht nur den Mittelpunkt und kann nicht sicher sein, was innerhalb des 40-mm-Messflecks erfasst wird.

Das Doppellasersystem des CIR8869 sendet zwei konvergierende Laserstrahlen aus unterschiedlichen Gehäuseteilen aus. Sobald beide Punkte auf der Zieloberfläche sichtbar sind, markieren sie exakt den Außendurchmesser des Messflecks. Bei 1 m Entfernung beträgt der Abstand zwischen den beiden Laserpunkten 20 mm; bei 2 m Entfernung sind es 40 mm usw. Dies ermöglicht eine direkte visuelle Kontrolle der Messfleckgröße.

Emissionsgrad bei hohen Temperaturen – was man wissen muss

Der Emissionsgrad beschreibt die Fähigkeit einer Oberfläche, thermische Strahlung im Vergleich zu einem „Schwarzen Körper“ (ε = 1) abzugeben. Reale Materialien weisen niedrigere Werte auf:

  • Reines, blankes Aluminium: ε = 0,05
  • Rostiger/oxidierter Stahl: ε = 0,80
  • Frisch produzierter, reiner Stahl (geschmolzen, oxidfrei): ε = 0,35–0,45
  • Gereinigter Graphit (gute Referenz): ε = 0,95
  • Lackierte oder beschichtete Oberfläche: ε = 0,85–0,95

Eine falsche Einstellung des Emissionsgrads führt bei hohen Temperaturen zu erheblichen Fehlmessungen:

  • 1200 °C Zielobjekt mit ε = 0,40 (real): Wird das Instrument auf ε = 0,95 eingestellt, beträgt der Messwert ~950 °C (250 °C zu niedrig).
  • Wird das Instrument auf ε = 0,20 eingestellt, beträgt der Messwert ~1600 °C (400 °C zu hoch).

Praktische Konsequenz: Die Emissionsgradeinstellung ist die häufigste Ursache für fehlerhafte Hochtemperaturmessungen. Der Anwender sollte über Materialtabellen verfügen und den Wert mindestens einmal pro Schicht bei einer neuen Oberfläche gegen eine Referenz (Kontakt-Thermoelement) abgleichen.

Der Thermoelement-Eingang – Einsatzbereiche in der Praxis

Das CIR8869 verfügt über einen Thermoelement-Eingang (Typ K) für direkte Kontaktmessungen als Ergänzung zur IR-Messung. Typische Szenarien:

Emissionsgrad-Verifizierung: Platzieren Sie die Thermoelement-Spitze auf der Messoberfläche. Vergleichen Sie die IR-Messung mit dem Wert des Thermoelements. Passen Sie die Emissionsgradeinstellung am Gerät an, bis beide Werte übereinstimmen. Nutzen Sie diese Einstellung anschließend für alle weiteren Messungen an diesem Material.

Alternative Messmethode: Auf Oberflächen, bei denen IR nicht zuverlässig funktioniert (spiegelndes Aluminium, Reflexionsflächen), kann der Anwender direkt ein Oberflächen-Kontakt-Thermoelement anschließen.

Kalibrierprüfung: Bei Raumtemperatur (20–30 °C) werden beide Kanäle gegen eine Referenz abgeglichen. Eine festgestellte Differenz entspricht der Drift, die kompensiert werden muss.

Wo ein 1500-°C-IR-Thermometer den entscheidenden Unterschied macht

Stahlindustrie: Stahlschmelzöfen, Konverter-Stahlherstellung, Stranggießanlagen, Walzwerke. Entscheidend für Produktqualität und Energieoptimierung.

Gießereien: Aluminium-, Eisen- und Bronzeschmelzen. Die Kontrolle der Schmelztemperatur vor dem Gießen bestimmt die Bauteilgüte.

Glasindustrie: Glasschmelzwannen (1400–1600 °C), Glasbläserkerne, kontinuierliche Glasverarbeitung.

Keramikherstellung: Tunnelöfen für Porzellan, Ziegel und Fliesen. Überwachung der Temperaturkurve während des Brennvorgangs.

Kraftwerke: Turbinen- und Kesselüberwachung, Rauchgastemperaturen.

Zementindustrie: Drehrohrofen-Überwachung, in denen Materialien bei 1400–1500 °C gebrannt werden.

Petrochemie: Cracker-Reaktoren, Überwachung von Syntheseöfen.

Schmieden und Wärmebehandlung: Härteprozesskontrolle bei Werkzeugstählen, Schweißnahtüberwachung.

Halbleiterindustrie: Kristallziehverfahren, thermische Wafer-Behandlung.

Wissenschaftliche Forschung: Hochtemperaturlabore (Materialwissenschaften, Nuklearforschung).

Sicherheitsaspekte bei Hochtemperaturarbeiten

Messungen bei 1500 °C bergen erhebliche Sicherheitsrisiken:

  • Direkte Wärmestrahlung: In 2 m Entfernung von einer 1500-°C-Fläche trifft auf den Anwender eine Strahlungsleistung von ~500 W/m² – vergleichbar mit intensiver Sommersonne, jedoch hochgradig konzentriert.
  • Gefahr von Metallspritzern: Verspritzendes Flüssigmetall kann mehrere Meter weit fliegen. Schutzhandschuhe, Gesichtsschutzvisier und flammhemmende Schutzkleidung sind zwingend erforderlich.
  • Augenschutz: Starke IR-Strahlung kann die Netzhaut schädigen. Geeignete Schutzbrillen für Hochtemperaturarbeiten sind unerlässlich.
  • Temperaturbereich des Geräts: Das CIR8869 muss in Umgebungen mit einer Umgebungstemperatur von unter 50 °C betrieben werden. Überhitzt das Gehäuse, kann der Sensor beschädigt werden.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis

Chauvin Arnoux CIR8869 IR-Thermometer, Temperaturbereich -50 bis +1500 °C, D:S 50:1-Optik für präzisen Fokus, Doppellaser zur Markierung des Messfleckdurchmessers, LED-Messfleckbeleuchtung für dunkle Bereiche, Thermoelement-Eingang Typ K (-50 bis +1370 °C), ±0,5 % Genauigkeit, einstellbarer Emissionsgrad 0,10–1,00, Alarmfunktionen (Hoch/Tief/Differenz), Mittelwert-Scanning, großes hintergrundbeleuchtetes LCD, 9-V-Batteriebetrieb.

607 Kronen beträgt die Investition in das Instrument. Verglichen mit Typ-B- oder R-Thermoelementen für denselben Messbereich (2.000 bis 8.000 SEK pro Sonde zuzüglich teurer Auswerteelektronik) bietet das CIR8869 eine berührungslose Lösung ohne Verschleiß durch Messkontakt. Im Vergleich zu industriellen Wärmebildkameras (25.000 bis 150.000 SEK) ist das CIR8869 ein handliches Spot-Pyrometer – kein bildgebendes System. Für Techniker, die punktuelle, präzise Hochtemperaturmessungen durchführen müssen, ist das CIR8869 wirtschaftlich und technisch eine erstklassige Lösung.

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